Aufbaukurs Sedierung und Notfallmanagement in der Interventionellen Radiologie
Eine gute Ausbildung braucht ein starkes Fundament. Angehende Interventionsradiologen sollten sich mit notfallmedizinischen Techniken und Analgosedierungsverfahren früh vertraut machen und beides üben. Die Entwicklung, die die Interventionelle Radiologie in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat, ist enorm – Prozeduren, die früher undenkbar waren, gehören heute zur täglichen Routine. Umso mehr ist es ein Selbstverständnis, unseren Patientinnen und Patienten auch länger dauernde Eingriffe so angenehm wie möglich zu machen. Neben dem Erwerb technischer Kompetenzen gehört daher der ruhige, besonnene und zielgerichtete Umgang mit Notfallsituationen fest zur interventionellen Grundlagenausbildung.
Analgosedierung ist im interventionellen Katheterlabor Alltag – und sie bleibt anspruchsvoll. Ein Atemwegsverschluss bei liegender Schleuse, eine anaphylaktoide Reaktion auf Kontrastmittel, ein hypotoner älterer Patient während einer Aortenintervention: Wer solche Situationen sicher managen soll, muss sie geübt haben, bevor sie das erste Mal echt sind. Dieser Kurs vermittelt die pharmakologischen und klinischen Grundlagen der Analgosedierung sowie das systematische Notfallmanagement im interventionellen Setting. Ein wesentlicher Teil findet im Simulations-Katheterlabor mit Fullscale-Patientensimulator und an weiteren Übungsmodellen statt.
Der Kurs wird ausschließlich ärztlich geleitet. Unsere Faculty besteht aus Fachärzten für Anästhesiologie und Notfallmedizin sowie aus interventionell tätigen Ärzten mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin – alle mit langjähriger Erfahrung im Umfeld des interventionellen Katheterlabors. Sie lernen von den Ärzten, die diese Situationen im klinischen Alltag täglich verantworten. Freuen Sie sich auf einen intensiven Kurs im interdisziplinären Team. Auch wenn Sie durch den Kursbesuch nur gewinnen können, so verlieren Sie doch eines: die Angst vor kritischen Situationen.
Theorie:
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Analgosedierung in der IR
- Pharmakologie: Propofol, Midazolam, Opioide, Antagonisten
- Risikostratifizierung und präinterventionelle Evaluation
- Monitoring: Pulsoxymetrie, Kapnographie, EKG, Blutdruck
- Spezielle Patientengruppen: geriatrische Patienten, Komorbiditäten, Komedikation
- Periinterventionelle Dokumentation, Übergabe, Entlassungskriterien
Praxis am Simulator:
- Atemwegsmanagement: Maskenbeatmung, Larynxmaske, supraglottische Hilfen
- Monitoring-Workshop: Kapnographie und SpO₂-Interpretation
- Notfall-Algorithmen: Atemdepression, Hypotonie, Bradykardie, Aspiration
- Anaphylaxie und Kontrastmittel-Reaktionen: Erkennung und Therapie
- Advanced Life Support (ALS) im interventionellen Setting: Megacode-Training
- Fallbasiertes Lernen: komplexe Sedierungssituationen im Katheterlabor
Zielgruppe:
- Ärzte in radiologischer und neuroradiologischer Aus- und Weiterbildung
- Ärzte, die Sedierungen im Rahmen interventioneller Eingriffe verantworten
Voraussetzungen:
- Grundkenntnisse in Reanimation von Vorteil, aber nicht Voraussetzung
Details:
- Dauer: 1 Tag
- Unterrichtseinheiten: 8 UE à 45 Minuten
- Preis: 895 €
- Teilnehmer: 15
- Ort: VASA-Simulationszentrum, Frankfurt am Main
- Zertifizierung: CME durch Landesärztekammer Hessen (ca. 10 CME-Punkte)
Hinweis zur formalen Zertifizierung:
Unsere Kurse sind zur Zertifizierung bei der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) sowie bei den Fachgesellschaften DeGIR und DGNR vorgelegt. Bis zum Abschluss des Anerkennungsverfahrens werden die Kurse als CME-zertifizierte Fortbildungen (Landesärztekammer Hessen) angeboten. Für den Erwerb einer formalen Zusatzqualifikation Ihrer Fachgesellschaft informieren Sie sich bitte separat über die geltenden Voraussetzungen.
